Sankt-Petersburg: "Detroit des Nordens"
Allgemeine Informationen über die Stadt Sankt-Petersburg
Wirtschaftsdaten und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Wer regiert die Stadt Sankt-Petersburg?
Das deutsche wirtschaftliche Engagement in St.Petersburg
Tipps für Reisende
Schlussbemerkung
“Petersburg wird das Detroit Russlands“, rief die Petersburger Gouverneurin Walentina Matwienko stolz, als sie im Frühjahr bekanntgab, dass sich der US-Autogigant General Motors (GM) in ihrer Stadt niederlässt. Mitte Juli war es soweit und GM legte den Grundstein für sein neues Werk - die Amerikaner wollen mehr als 100 Millionen Dollar an der Newa investieren. General Motors siedelt sich in der Nachbarschaft von Toyota an: Der japanische Autobauer hatte bereits im Sommer 2005 den Grundstein für seine neue Fabrik im Süden der Stadt im Industriegebiet Schuschari gelegt.
Der dritte im Bunde ist Nissan: Der japanische Großkonzern unterzeichnete ebenfalls in diesem Sommer mit russischen Wirtschaftsministerium einen Vertrag zum Bau einer Fabrik im Norden der Metropole. Investitionsvolumen: Rund 200 Millionen Dollar. Kein Wunder, dass sich auch Magna Steyr in der Stadt niederlässt. Der Autozulieferer produziert unter anderem Teile für Ford, Toyota, Volkswagen und General Motors. In den Bau seiner neuen Fabrik – erneut in Schuschari -- will das Unternehmen bis zu 50 Millionen Dollar investieren.
Die internationalen Autohersteller drängen nach Russland, weil das Land angesichts der veralteten und technisch nicht konkurrenzfähigen russischen Produkte einen enormen Nachholbedarf aufweist. Außerdem laufen die russischen Sonderkonditionen bei Importzöllen mit dem geplanten Beitritt Russlands zur Welthandels-Organisation aus. Sankt-Petersburg steht als Produktions-Standort ganz oben auf der Liste der Autobauer: Die Metropole im Nordwesten besitzt einen Ostseehafen, der die Anbindung an Europa sichert. Zudem lässt sich der russische Inlandsmarkt über die Newa und Wolga gut versorgen. Eine wichtige Rolle spielen auch die ausreichend vorhandenen qualifizierten Arbeitskräfte sowie die Nachbarschaft zum Konzern Sewerstal in der Region Wologda – der Transport ist einer der größten Kostenfaktoren beim Stahlpreis.
Ansturm der Großkonzerne
Sankt-Petersburg zählt heute zu den attraktivsten Standorten für ausländische Investoren in Russland. Die Liste der bereits realisierten oder begonnenen Projekte enthält allein in 2005 ein halbes Dutzend Projekte mit ausländischer Beteiligung und einem Investitionsumfang von rund 1 Milliarde Dollar. So wie es derzeit aussieht, dürfte das Ergebnis 2006 sogar noch über dem des Vorjahres liegen. Im Jahr 2005 begann das Unternehmen Bosch-Siemens- Hausgeräte mit dem Bau eines Werkes für Kühlschränke in Sankt-Petersburg; das Investitionsvolumen beträgt 55 Millionen Dollar.
Nicht nur bei den ausländischen Investoren ist Petersburg beliebt. Zahlreiche einheimische Unternehmen haben innerhalb der vergangenen zwei Jahre ihren Hauptsitz von Moskau in die zweite Hauptstadt verlegt. Jüngst hat beispielsweise der russische Telekommunikationsanbieter Rostelekom bekannt gegeben, den Firmensitz von Moskau nach Petersburg zu verlagern. Awtowas, die Rosneft-Tochter RN-Trade, die Wneschtorgbank, die Unternehmen Sowkomflot, Transaero und die SIBUR Holding ziehen ebenfalls an die Newa. Auch Gaspromneft – die frühere Sibneft und jetzige Öltochter von Gasprom – hat sich in Petersburg registriert. Der Konzern wird in den kommenden Jahren einen eigenen Stadtteil gegenüber dem Smolny – das ist die Stadtverwaltung von Petersburg – aus dem Boden stampfen. Diese “Gasprom City“ erhält sogar ihren eigenen Wolkenkratzer.
Diese Erfolge sind auf die offensive Wirtschaftspolitik Matwijenkos zurückzuführen. Die Stadt hat gerade diesen Sommer neue Steuererleichterungen bekannt gegeben. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin unterstützt offenbar die Gouverneurin in ihrer Politik – schließlich ist Sankt-Petersburg seine Heimatstadt. Das Petersburger Investitionsgesetz garantiert die Gleichbehandlung aller Investoren. 25 Prozent des Bruttoregionalproduktes von Petersburg werden in der Industrie erwirtschaftet. Seit 2004 verzeichnet diese überdurchschnittlich hohe Zuwächse: Im Jahr 2004 waren es 14,1 Prozent, Russland erreichte nur 8,3 Prozent. Im ersten Halbjahr 2005 lag das Plus bei 14,8 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2004. Mit ihrer forschungsintensiven und hochqualifizierten Produktion bildet die Stadt ein Gegengewicht zur Rolle Russlands als Rohstoffexporteur.
Konsum-Boom
Mit etwa einem Drittel der Wertschöpfung hat die Nahrungsmittelbranche einen recht hohen Anteil am Wirtschaftsaufschwung im Nordwesten. Das Potenzial im Nahrungsmittelsektor ist trotzdem noch lange nicht ausgeschöpft, erläutert Stephan Stein, der Leiter der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Sankt-Petersburg: “Besonders mit Lebensmitteln sind gute Geschäfte zu machen.“ Der russische Konsum boomt. Gerade bei der neuen Mittelklasse besteht enormer Nachholbedarf an immer hochwertigeren Lebensmitteln. In der Forbes-Liste der reichsten Russen fanden sich im Frühjahr erstmals drei Unternehmer, die sich ihren Reichtum mit eigenen Händen von Null aufgebaut haben. Alle drei sind Eigner von Supermarktketten: Magnit (Moskau), Lenta (Sankt-Petersburg), Pjaterotschka (Sankt-Petersburg).
Der wirtschaftliche Aufschwung Sankt-Petersburgs spiegelt sich auch in den Ratings internationaler und einheimischer Agenturen wider (siehe Investitionsklima). Hinsichtlich des Investitionspotentials hält Sankt-Petersburg seit 1996 den 2. Platz hinter Moskau. Deutschland – ehemals größter Investor in Sankt-Petersburg – lag 2004 dennoch mit einem Anteil von 4,6 Prozent an den gesamten Auslandsinvestitionen nur noch auf Platz acht -- hinter Großbritannien (19 Prozent), USA (17,8 Prozent), Finnland (15,1 Prozent), Zypern (14 Prozent), Serbien und Montenegro (6,3 Prozent), Niederlande (5,9 Prozent) und Israel (5,7 Prozent).
Die aufgeführten Beispiele machen es deutlich: Sankt-Petersburg ist eine Erfolgsstory und liegt gerade bei den in- und ausländischen Investoren voll im Trend. Der Traum von Zar Peter dem Großen, mit Sankt-Petersburg ein “Fenster nach Europa“ zu öffnen und somit Moskau einen modernen und innovativen Gegenpol zu bieten, scheint sich heute erfüllt zu haben. (Juli 2006)
Sankt-Petersburg wurde 1703 von Peter dem Großen gegründet. Die Stadt wird oft auch als Russlands "Fenster nach Europa" bezeichnet. Bei der Stadtgründung 1703 war ein Drittel der Bewohner deutsch. Petersburg ist die zweitgrößte und nach Moskau in wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Hinsicht die bedeutendste Stadt Russlands. Die Fünf-Millionen-Stadt bildet mit ihrer forschungsintensiven und hochqualifizierten Produktion ein Gegengewicht zur Rolle Russlands als Rohstoffexporteur. Im Jahr 2003 feierte sie ihr 300jähriges Bestehen.
Die wundervollen barocken und klassizistischen Architekturdenkmäler dieser Stadt, die der Besucher besonders im Stadtkern bestaunen kann, und die zahlreichen Kanäle verhalfen der Stadt zu dem Beinamen "Venedig des Nordens“. In Petersburg gibt es an die 44 Inseln und ca. 400 Brücken (mehr als in Venedig).
Mit ihren ca. 142 Museen und ständigen Ausstellungen, rund 70 Theatern und 18 Konzertsälen ist diese Metropole das größte Kulturzentrum Russlands. Besonders attraktiv für Touristen sind auch die nahegelegenen ehemaligen Sommerresidenzen der Zaren (Petershof, Pawlowsk, Zarskoje Selo u.a.). Darüber hinaus seien auch die Kasaner – Kathedrale, die sanierte Isaak–Kathedrale, sowie die, nach der Sanierung in neuem Glanz erstrahlende Peter und Paulsfestung, als eines der ersten in Sankt-Petersburg errichteten Gebäude, nicht zu vergessen, wobei die Kette der Sehenswürdigkeiten der Stadt unendlich fortgesetzt werden könnte.
Geographie: Die russische Metropole befindet sich am Mündungsdelta der Newa in den Finnischen Meerbusen. Die Stadt liegt an beiden Seiten des Flusses und auf den Inseln des Deltas.Mit einer Stadtfläche von ca. 606 km2 (inklusive Umland insgesamt 1.439 km2) ist sie knapp zweimal so groß wie Hamburg. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 44 km, die Ost-West-Ausdehnung 25 km.
Bevölkerung: Die Stadt hat ca. 4,6 Mio. Einwohner (2006), 89,1% davon sind Russen (u.a. 1,9% Ukrainer, 1,9% Weißrussen). Vorherrschende Religion: russisch-orthodoxes Christentum.
Infrastruktur: Petersburg besitzt neben einem Ostseehafen eine gut entwickelte Transportinfrastruktur, welche die Stadt mit den anderen Regionen der Russischen Föderation und den Nachbarländern Finnland und Estland verbindet. Die nordwestliche Metropole verfügt über 12 Bahnstrecken, 5 Bahnhöfe und 11 Autobahnen. Eine beliebte und gut befahrene Bahnstrecke ist die Verbindung Sankt-Petersburg – Moskau, die auch eine Expressverbindung hat.17 km vom Stadtkern entfernt befindet sich der internationale Flughafen Pulkowo-2, während der Flugplatz Pulkowo-1 für Inlandsflüge vorgesehen ist.
Partnerschaften mit Deutschland:
1) seit 1957 mit Hamburg 2) seit 1961 mit Dresden
Weitere allgemeine Informationen erhalten Sie unter: www.spb.ru
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Wirtschaftsstruktur:
1) Rohstoffe: (auf dem Gebiet der Stadt und in der näheren Umgebung)
Kies Sand, Sandstein Ton Torf
2) Landwirtschaft:
Die Landwirtschaft spielt eine untergeordnete Rolle.
3) Industrie:
Maschinen-, Fahrzeug-, Schiff- und Luftfahrzeugbau, Elektrotechnik, Metallurgie chemische Industrie holzverarbeitende Industrie, Zellulose- und Papierherstellung Leichtindustrie (Textil, Schuhe) Polygrafische Industrie Lebensmittelindustrie Baustoffindustrie
Investitionsklima:
2007 bewertete die russiche Rating-Agentur Expert RA Petersburg als die Region mit geringsten Investitionsrisiko in der RF für 2006/2007. Damit führt die Stadt bereits zum dritten Mal in Folge das Ranking an. Ebenfalls im Jahr 2007 erhöhte auch die Ratingagentur Fitch Ratings ihre Prognose auf BBB ("stabil"), Standard & Poor´s bestätigte BBB- im langfristigen Kreditrating. Seit 1996 hält Petersburg den 2. Platz (nach Moskau) hinsichtlich des Investitionspotentials der russischen Regionen, der Anteil am Gesamtpotential Russlands betrug in den Jahren 2001-2002 – 5,7%, in den Jahren 2002-2003 – 5,2%.
Der Gesamtumfang der Auslandsinvestitionen in die Wirtschaft Petersburgs betrug im 1. Halbjahr 2007 2057,3 Mio. USD (+39,4% im Vgl. zum Vorjahr). Am attraktivsten für ausländische Investoren ist die Industrie (82,8% aller Investitionen), insbesondere die Nahrungsmittelindustrie (44,6% aller Investitionen in die Industrie), Maschinenbau und Metallverarbeitung (26%). Ca. 7% der Investitionen gingen in die Telekommunikation und ins Fernmeldewesen, 2,1% in Handel und Gaststättenwesen.
In der Petersburger Wirtschaft sind nahezu alle Branchen und Zweige der Verarbeitungsindustrie vertreten. Selbst nach der russischen Finanz- und Wirtschaftskrise im August 1998 hat die Industrieproduktion in der Stadt das Niveau der vergangenen Jahre gehalten. Seither haben große amerikanische und europäische Firmen ihr Engagement weiter ausgebaut: u.a. Wrigley's, Gilette, Rothmans, Unilever, Japan Tobacco, Coca-Cola. Alle betonen eine langfristige Strategie und die Notwendigkeit, mit den gegebenen Verhältnissen zu arbeiten und nicht auf die Besserung der wirtschaftlichen Lage zu warten.
Das Sankt-Petersburger Investitionsgesetz garantiert die Gleichbehandlung aller Investoren. Alle Investitionsprojekte stehen daher auch den deutschen Investoren offen. Die staatliche Förderung von Investitionen kann u.a. in Form von Bürgschaften, Steuererleichterungen, Vergünstigungen bei Investitionen in Immobilien erfolgen. Steuerermäßigungen auf besonderer Grundlage werden ausländischen Investoren gewährt, die große Gemeinschaftsunternehmen mit Beteiligung der Stadt gründen.
Hinsichtlich der Wirtschaftszweige und für Investoren attraktiven Branchen ist zu erwähnen, dass sich die Entwicklung von der Schwer- zur Leicht- und Lebensmittelindustrie verlagert. Die Entwicklung von wissenschaftsintensiven Technologien genießt Priorität. Auch die Entwicklung des Tourismus steht im Vordergrund, weshalb Investitionen in diesen Bereichen und in das Verkehrsnetz Petersburgs, als Transportknotenpunkt der Region, perspektivreich sind. Für deutsche Firmen könnte die Gründung von Service-Centern, die Entwicklung des Territoriums um den internationalen Flughafen Pulkowo, sowie der Bau eines Aquaparks von Interesse sein.
Wirtschaftsstandort Sankt-Petersburg:
Die Verkehrsnähe Petersburgs zu Westeuropa – rund 200 km bis zur finnischen EU-Außengrenze, ein Ostseehafen sowie relativ günstige Verkehrsverbindungen per Schiene, Straße und Wasserweg zu den russischen Industriezentren, sind wichtige Standortfaktoren, welche die Stadt zu einem Verkehrsknotenpunkt des Landes machen. Weitere große Hafen-Investitionsprojekte sind in Planung bzw. Realisierung – ein Hafen für die Kohlenverladung sowie zwei Ölhäfen.
Sankt-Petersburg hat große Erfahrungen in der Außenhandelstätigkeit. Als eigenständiges Subjekt der Russischen Föderation hat die Stadt die Möglichkeit, selbständig verschiedene internationale Projekte und Abkommen zu realisieren, die mit Hilfe der Unternehmen der Region realisiert werden. Jährlich stellen ca. 8.000 Firmen aus über 60 Ländern ihre Waren und Dienstleistungen auf den verschiedenen Messen in Petersburg aus, 14,5 % der Unternehmen kommen aus Deutschland. Die steigenden Besucherzahlen (Lenexpo: 1,2 Mio. Besucher im Jahr 2003) beweisen, dass diese Ausstellungen auf reges Interesse stoßen.
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Von 1996 bis 2003 stand der Stadt der demokratisch gewählte Oberbürgermeister Wladimir Anatoljewitsch Jakowlew vor. Seit 5. Oktober 2003 ist Walentina Ivanovna Matwienko Gouverneurin der Stadt Sankt-Petersburg.
Adresse der Administration:
Russische Föderation 191060 St. Petersburg Smolny; e-mail: gov@gov.spb.ru , press_centre@gov.spb.ru Internet: http://www.gov.spb.ru/
Gouverneurin: Matwienko, Walentina Iwanowna
Weitere wichtige Ansprechpartner sind:
Vorsitzender des Komitees für Wirtschaftsentwicklung, Industriepolitik und Handel Alexej Iwanowitsch Sergejew Telefon: (007 812) 315-51-52 Telefax: (007 812) 570-35-54 E-mail: Info@cedipt.spb.ru
Leiter des Komitees für internationale Angelegenheiten Aleksandr Wladimirowitsch Prochorenko Telefon: (007 812) 576-72-04 Telefax: (007 812) 576-76-33 e-mail: kvs@gov.spb.ru
Vorsitzender der Gesetzgebenden Versammlung Sankt-Petersburgs: Wadim Albertowitsch Tjulpanow Telefon: (007 812) 319 9931
Zum Vertreter des Präsidenten der Nordwestregion der Russischen Föderation Ilja Ijosufowitsch Klebanow Telefon: (007 812) 346-2009
Der Vertreter des Außenministeriums der Russischen Föderation ist W.A. Lopatnikow. Telefon: (007 812) 273-3758, Sekretariat:: (007 812) 272-0076
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Nach Angaben des Komitees für Außenbeziehungen der Stadtadministration Sankt-Petersburgs bleibt Deutschland mit einem Handelsvolumen von 1.025 Mio. US–Dollar auch 2003 wichtigster Handelspartner unter den Nicht-GUS-Ländern. Das deutsche Engagement umfasst ein breites Spektrum von Wirtschaftsbranchen. Die deutsche Wirtschaft wird hier sowohl von Klein- als auch Großunternehmen vertreten.
Zuletzt waren deutsche Firmen mit Investitionen in Petersburg jedoch eher zurückhaltend. Das Frachtterminal am Flughafen Pulkowo, an dem die Firma Globe Ground GmbH Frankfurt in einem Joint-Venture beteiligt ist, ist bereits ein Projekt vergangener Jahre. Dennoch ist die deutsche Wirtschaft bisher recht gut vertreten: mit ca. 130 Repräsentanzen, 65 Joint Ventures und 90 Tochterunternehmen mit ausschließlich deutschem Kapital.
Die deutschen Engagements stagnieren aufgrund bürokratischer Barrieren, welche selbst nach Aussage des Stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees für Wirtschaftsentwicklung, Alexander Iwannikow, zum Teil in der Tat "künstlich“ seien. Darunter fallen u.a. neue Visabestimmungen, die Quotierung der Erlaubnis zum zeitweiligen Wohnen für Ausländer seit November 2002, wobei in Petersburg im Gegensatz zu Moskau nur 1.000 diesbezügliche Genehmigungen erteilt werden. Auch die neuen Registrierungsformalitäten sind problematisch. Die Delegation der Deutschen Wirtschaft sieht jedoch angesichts hoch qualifizierter Arbeitskräfte, gut ausgebauter Verkehrsinfrastruktur sowie wachsender Kaufkraft gute Perspektiven in Petersburg. Turbinen von Siemens und LMZ und Mähdrescher von Kirowez – Landtechnik sind einige erfolgreiche Beispiele deutsch-russischer Kooperation.
Bedeutende Unternehmen mit deutscher Beteiligung sind u.a. Dresdner Bank, Pobeda-Knauf, Siemens (Herstellung von Geräten der Elektrizitätserzeugung, -verteilung), Mustang Newa (Produktion von Jeansbekleidung) und ERA–Henkel (chemische Industrie). Unter den zahlreichen Hamburger Firmen, die eine Vertretung in der Stadt unterhalten, sind z. B. die Germanische Lloyd AG, die Hamburger Messe und Congress GmbH, der TÜV Nord, die OSKO Warenhandelsgesellschaft mbH, die Norddeutsche Affinerie AG und die ZAO Kompania Leningrad–Tschaika zu nennen.
Gute Kontakte bestehen zur Petersburger Industrie- und Handelskammer. Der Präsident dieser Kammer ist W. I. Katenew. Mit insgesamt 41 Konsulaten und Generalkonsulaten sind ausländische Staaten in großer Zahl in Sankt-Petersburg vertreten. Das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland ist zu erreichen unter:
Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in St. Petersburg:
Uliza Furschtatskaja 39 191123 St. Petersburg Telefon: (007 812) 320-24-00 Telefax: (007 812) 327-31-17 http://www.sankt-petersburg.diplo.de
Generalkonsul: Bernd Braun
Wirtschaftsabteilung: Stellvertretender Generalkonsul und Leiter des Wirtschaftsreferates, Artur Brunner
In Petersburg wird die deutschsprachige "Sankt-Petersburgische Zeitung“ herausgegeben.
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Im Allgemeinen gelten die Reisebedingungen für die Russische Föderation.
Der internationale Flughafen der Stadt, Pulkowo-2 wird von zahlreichen Fluggesellschaften angeflogen, z.B. Lufthansa, Air Berlin, KLM, British Airways, Swissair, Air France, Austrian Airlines u.v.m. Die russische Fluggesellschaft Pulkowo Aviation fliegt regelmäßig u.a. von Petersburg nach Hamburg, Frankfurt/M., Berlin, München.
Die Stadt bietet darüber hinaus Flugverbindungen zu allen größeren Städten Russlands und der GUS an. Sankt-Petersburg ist auch mit der Bahn von Berlin (Lichtenberg) aus erreichbar (i. d. Regel samstags/ Fahrzeit ca. 33 Std.). Fährverbindungen bestehen nach Kiel und Sassnitz (Passagier- und Frachttransporte).Seit Juni 2004 gibt es für die Sommermonate eine direkte Fährverbindung zwischen Rostock und Petersburg.
Im Zahlungsverkehr ist vorwiegend Bargeld (RUR) üblich, Kreditkarten werden jedoch zunehmend akzeptiert (VISA, MasterCard, Maestro u.a.). Es gibt darüber hinaus ein weites Netz von Bargeldautomaten, die neben Kreditkarten auch EC-Karten akzeptieren. Der Telefon-, Fax-, E-Mail- und Internet-Verkehr ist in der Regel unproblematisch. Es funktionieren auch Handys der D-Netze.
Charakteristisch für Petersburg sind schnelle Wetterveränderungen zu allen Jahreszeiten. Im Winter schwankt die Temperatur von 0°C bis unter –30°C und im Sommer von 10°C bis über 30°C. Ansonsten bestimmen atlantische Luftmassen, sowie die Hoch- und Tiefdruckgebiete der eurasischen Landmasse das Wetter. Meist ist es recht schwül und im Frühling und Herbst recht regnerisch. Der Zeitunterschied zur MEZ beträgt 2 Stunden.
Als besonderes Naturereignis sollen die "Weißen Nächte“ in der Zeit vom 25.-26. Mai bis zum16.-17. Juli hervorgehoben werden, in denen die Abenddämmerung aufgrund der Nähe zum Polarkreis nur eine Dreiviertelstunde andauert, wobei es die restliche Zeit über taghell ist (der längste Tag ist der 22 Juni mit 18 Stunden 53 Minuten). Dies ist für Touristen die beliebteste Zeit, weshalb ein Besuch in dieser Zeit langfristiger als sonst geplant werden sollte.
Die Stadt bietet eine vielseitige Palette von Restaurants und Hotels für jeden Geschmack und jede Preisklasse.
***Adresse der Generalvertretung Pulkowo Aviation Enterprise in Deutschland: 10787 Berlin, Kleiststr. 19-21. Telefon: (030) 88 57 66-21, 88 57 66-0. Telefax: (030) 88 57 66-29 e-mail: pulkovo-germany@t-online.de

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Es gibt gute Gründe für deutsche und andere ausländische Unternehmen, in Sankt-Petersburg zu investieren, bzw. dafür, hier Fuß zu fassen. Ein Unternehmen, das sich zu Investitionen in Petersburg entschließt, sollte sich gut auf die Besonderheiten des russischen Marktes, die auch in dieser Stadt gelten, vorbereiten.
Neben den üblichen Vorbereitungen auf das Engagement in einem ausländischen Markt sind besonders zu beachten:
- Vorsichtige Auswahl der Partner
- Juristische Absicherung auf der Grundlage der Gesetze der Russischen Föderation
- Vorsichtige Auswahl der Bankverbindung
- Risikoarme Auswahl der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen
- Kontrolle der Finanzmittel
- Frühzeitige Vereinbarung mit den Behörden der Stadt und der Steuerinspektion
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